Rezension: TRIS von Jo Schuttwolf

Mit TRIS setzt Jo Schuttwolf seine dystopische Zukunftsgeschichte fort, die mit ION ihren Anfang nahm. Nach dem gelungenen Auftakt war ich sehr gespannt, wie es mit der abtrünnigen Cyborg-Kämpferin Tris weitergeht – und ob die düstere Vision eines überfluteten Australiens noch einmal so intensiv eingefangen werden kann. Ich kann schon jetzt verraten: TRIS ist ein packendes, bildstarkes und zugleich gefühlvolles Leseerlebnis, das mich von Anfang bis Ende nicht losgelassen hat.

Inhalt (Klappentext)

Australien im Jahr 2175.

Tris, eine abtrünnige Cyborg-Kämpferin, wurde von ihren eigenen Leuten gefangen genommen. In nur wenigen Tagen droht ihr eine erneute Gehirnoperation, die ihre letzten Erinnerungen an ihre Vergangenheit vollständig löschen würde. Flucht scheint die einzige Option – auch wenn sie kaum Aussicht auf Erfolg hat.

Auf ihrem gefährlichen Weg durch das menschenleere, von Wasser überschwemmte Sydney wird Tris von Feinden verfolgt. Doch sie kämpft nicht nur ums Überleben: Sie hofft, ihre Eltern noch einmal wiederzusehen – und Ion, den geheimnisvollen Darug, zu dem sie seit ihrem ersten Treffen eine zarte, ungewohnte Verbindung spürt. Alles steht auf dem Spiel. Aber für Tris ist Scheitern keine Option.

Meine Meinung

Schon die ersten Seiten haben mich sofort wieder in diese Welt hineingezogen. Jo Schuttwolf schafft es, die zerstörte Kulisse Australiens im 22. Jahrhundert so greifbar zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, durch die überfluteten Ruinen Sydneys zu streifen. Die Atmosphäre ist dicht, düster und gleichzeitig faszinierend.

Besonders beeindruckt hat mich die Entwicklung von Tris. Sie ist eine starke, komplexe Protagonistin, die einerseits von ihrem Kampfgeist, andererseits aber auch von ihrer inneren Zerrissenheit geprägt ist. Der Kontrast zwischen ihrer cyborghaften Stärke und ihrem zutiefst menschlichen Wunsch nach Erinnerung, Nähe und Vertrauen macht sie unglaublich nahbar.

Die Beziehung zu Ion bringt eine emotionale Tiefe in die Geschichte, die dem Roman guttut. Zwischen ihnen entsteht etwas Zartes, fast Fragiles – und gerade das macht die Spannung zwischen Kampf, Flucht und innerem Ringen noch stärker.

Stil & Erzählweise

Der Schreibstil ist klar und gleichzeitig bildhaft. Man merkt, dass Jo Schuttwolf Wert auf eine lebendige, visuelle Sprache legt, die Szenen zum Leben erweckt, ohne sich in Details zu verlieren. Besonders gefallen hat mir, dass TRIS im Vergleich zu ION noch nachdenklicher wirkt: Themen wie Identität, Erinnerung und Vertrauen ziehen sich wie ein roter Faden durch den Text.

Die Spannung wird konstant hochgehalten, es gibt kaum Atempausen – und dennoch bleibt Raum für emotionale Momente, die die Geschichte zu mehr machen als „nur“ einer actiongeladenen Dystopie.

Hörbuch

Ein besonderes Highlight ist, dass es auch eine Hörbuch-Version von TRIS gibt. Damit lässt sich die packende Geschichte auch unterwegs erleben. Die Stimme des Sprechers/der Sprecherin unterstreicht die Atmosphäre und macht das Eintauchen in die dystopische Welt noch intensiver.

Fazit

Mit TRIS ist Jo Schuttwolf eine eindrucksvolle Fortsetzung gelungen, die sowohl Spannung als auch Emotionen vereint. Der Roman verbindet dystopische Elemente mit einer starken, facettenreichen Protagonistin und einer faszinierenden, bedrohlichen Welt.

Für mich ist TRIS ein absoluter Lesetipp – nicht nur für Science-Fiction-Fans, sondern für alle, die Geschichten lieben, die Herz und Verstand gleichermaßen ansprechen.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5 Sternen)

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