
In Regnum – Animals Lane, Passus II führt uns Armands A. Asimov nach Macellum. Ein Ort, an dem es nach Enge, Gestank und Erwartung riecht. Schweine leben hier dicht gedrängt, ihr Alltag ist klar geregelt, ihr Schicksal scheinbar längst entschieden.
Von klein auf hören sie dieselbe Geschichte:
Eines Tages kommt die Arche. Sie bringt sie ins Königreich Regnum. Dorthin, wo alles besser sein soll. Mehr Platz, mehr Freiheit, Erlösung.
Doch je länger man in Macellum verweilt, desto deutlicher wird: Dieses Versprechen hat Risse.
Worum geht es in Regnum
Wir erleben die Geschichte konsequent aus der Sicht eines Schweins. Kein menschlicher Blickwinkel, kein erklärender Abstand. Nur Stall, Herde, Angst und Hoffnung.
Als verseuchte Rationen auftauchen und ein tödliches Virus die Schweine trifft, kippt die Stimmung. Krankheit breitet sich aus, Körper verändern sich, Panik greift um sich. Die vertraute Erzählung vom Königreich Regnum beginnt zu bröckeln – und mit ihr das fragile Gleichgewicht der Herde.
Zwischen Schlachthof, Warten und aufkeimender Rebellion entfaltet sich eine düstere Tierfabel, die sich immer weiter zuspitzt. Was ist Regnum wirklich? Und was wartet hinter den Toren, auf die alle hoffen?Meine Gedanken beim Lesen
Regnum ist kein Buch, das man einfach „wegliest“. Es ist kurz, aber intensiv. Und es bleibt.
Was mich besonders getroffen hat, ist diese Mischung aus Hoffnung und Kontrolle. Die Schweine halten an der Arche fest, weil sie sonst nur Leid hätten. Dieses „Danach“ wird zum einzigen Halt. Und genau das macht das Buch so unbequem.
Der Body Horror ist deutlich, stellenweise schwer auszuhalten. Krankheit, Verfall, industrielle Grausamkeit – das wird nicht beschönigt. Aber es fühlt sich nie wie Selbstzweck an. Alles dient dieser einen Frage:
Wer profitiert davon, dass die Herde ruhig bleibt?
Während ich gelesen habe, hatte ich mehrfach dieses Gefühl von „Uff“. Nicht, weil es reißerisch wäre, sondern weil es erschreckend klar ist. Die Bilder setzen sich fest. Und sie lassen einen nicht sofort los.
Themen, die nachhallen
- Macht und Kontrolle
- Hoffnung als Beruhigungsmittel
- Tierethik und industrielle Grausamkeit
- Die Frage, wer hier eigentlich das Tier ist
Regnum stellt diese Fragen leise, aber gnadenlos. Ohne Moralkeule, ohne erhobenen Zeigefinger. Es erzählt und lässt den Rest beim Lesen passieren.
Mein Fazit
Regnum – Animals Lane, Passus II ist eine kompromisslose, düstere Tierfabel, die weh tut und genau deshalb wirkt. Kein Wohlfühlbuch, keine leichte Kost.
Wer bereit ist, sich auf diese Perspektive einzulassen, bekommt eine Geschichte, die unangenehm ehrlich ist und lange im Kopf bleibt. Für mich ein starker, mutiger zweiter Passus der Animals-Lane-Reihe.

Moribundus – Animals Lane, Passus I
von Armands A. Asimov
Genre: Horror · Tierhorror
Reihe: Animals Lane (Band 1)
Format: Taschenbuch · E Book
Seiten: ca. 120
Sprache: Deutsch
Verlag: BoD – Books on Demand
Preis: TB 7,99 € · E Book 2,99 €

Regnum – Animals Lane, Passus II
von Armands A. Asimov
Genre: Horror · Tierhorror · Dystopie
Reihe: Animals Lane (Band 2)
Format: Taschenbuch · E Book
Seiten: 120
Sprache: Deutsch
Verlag: BoD – Books on Demand
Preis: TB 7,99 € · E Book 2,99 €

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