Man fragt sich ja immer, wie sich eine Apokalypse anfühlt, bis man plötzlich mittendrin steckt, Seite für Seite. Amatea hat mir genau dieses Gefühl gegeben, grausam nah, so dass ich vieles nicht nur gelesen, sondern richtig nachempfunden habe. 🌍
Ruth Bernstein träumt schon als Kind davon, Stadtplanerin zu werden. Nicht einfach bauen, sondern besser machen. Grüner, nachhaltiger, gerechter. Als Schülerin entwirft sie Amatea, eine Zukunftsstadt, die Hoffnung atmet. Und dann kommt das Leben dazwischen. Ein Schicksalsschlag wirft sie aus der Bahn, Ruth lässt ihren Traum los, aber Amatea läuft weiter, nur nicht mehr in ihren Händen.
Genau da wird es bitter, weil ein mächtiges Konsortium ihre Idee übernimmt und daraus etwas formt, das zwar nach Rettung klingt, aber sich nicht mehr nach Menschlichkeit anfühlt. Diese Geschichte stellt Fragen, die weh tun, weil sie so real wirken. Was bleibt von einer Vision, wenn andere sie für sich benutzen. Wie viel Wahrheit hält man aus, wenn Menschen die man liebt Teil der Katastrophe sind. Und wie weit darf man gehen, um den Planeten zu retten, wenn man dabei das opfert, was uns eigentlich ausmacht.
Was ich dabei richtig mochte: Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Kein unnötiges Aufblasen, keine künstliche Härte, eher dieses stille Ziehen im Bauch, während alles immer enger wird. Und Ruth… ich hab sie so ins Herz geschlossen. Nicht weil sie perfekt ist, sondern weil sie menschlich ist. Weil sie hofft, zweifelt, fällt und trotzdem weitergeht.
Amatea ist Solarpunk trifft auf Dystopie, aber nicht als lautes Spektakel. Eher wie eine intime Biografie, nah dran, manchmal brutal, und genau deshalb bleibt es hängen.
Und jetzt die fiese Frage zum Schluss: Würdest du eher an Hoffnung festhalten oder würdest du Kontrolle wählen, wenn es um Rettung geht 👀📖

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